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Vorlesung Analysis und Schulmathematik (Wintersemester 2011/12)

Felix Klein, einer der führenden Mathematiker des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts hat auf die doppelte Diskontinuität hingewiesen, mit denen Studenten mit dem Berufsziel „Lehrer“ konfrontiert sind.

„… Der junge Student sieht sich am Beginn seines Studiums vor Probleme gestellt, die ihn in keinem Punkt mehr an die Dinge erinnern, mit denen er sich auf der Schule beschäftigt hat; natürlich vergisst er alle diese Sachen rasch und gründlich. Tritt er aber nach Absolvierung des Studiums in das Lehramt über, so soll er eben diese herkömmliche Schulmathematik unterrichten; da er diese Aufgabe kaum selbständig mit seiner Hochschulmathematik in Zusammenhang bringen kann, so wird er in den meisten Fällen recht bald die althergebrachte Unterrichtstradition aufnehmen, und das Hochschulstudium bleibt ihm nur eine mehr oder minder angenehme Erinnerung, die auf seinen Unterricht keinen Einfluss hat (Einleitung zu Elementarmathematik vom höheren Standpunkt aus, Band 1 (1908) „

In dieser Ergänzungsvorlesung soll versucht werden, diese „Diskontinuität“ zu mildern. Es werden daher Verbindungen des Vorlesungsstoffs „Analysis 1“ zur Schulmathematik behandelt. Dies geschieht an ausgewählten Themengebieten wir der Stetigkeit, der Integrierbarkeit, der Exponentialfunktion usw.

Die Vorlesung bietet keine Aufarbeitung des Stoffes. Vielmehr soll aufgezeigt werden, wie Vorlesungsresultate auf die Schulmathematik „heruntergebrochen“ werden und warum der Hintergrund Analysis 1 für MathematiklehrerInnen notwendig ist.

Literatur:
T. Tao, Analysis I (2010) (AMS)
F. Klein, Elementarmathematik vom höheren Standpunkt aus, Band 1 (1925) (Springer-Verlag)

Voraussetzung:
Besuch der Vorlesung Analysis 1 .

Die Anmeldung zur Vorlesung erfolgt über das ILIAS-System der Universität Tübingen (einfach klicken)